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Maurer trinkt Rotwein mit Putin

Platz zwei im Medaillen-Spiegel für die Schweiz - da wird nicht nur Sportminister Ueli Maurer vom Olympia-Fieber gepackt. Im House of Switzerland in Sotschi begrüsste der Bundesrat den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Aufregung im House of Switzerland. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte sein Kommen angekündigt. Und tatsächlich, in der Drittelspause des Frauen-Hockey-Viertelfinals, stattete er einen Kurzbesuch ab. Bundesrat Ueli Maurer hiess Putin willkommen.

Wer geglaubt hatte, wenn Wladimir Putin komme, werde das House of Switzerland grossräumig abgesperrt, sah sich eines Besseren belehrt: Die Liegestühle vor dem Holzhaus konnten von den Sonnenanbetern unbehelligt genutzt werden. Die Sicherheitsvorkehrungen waren nicht schärfer als beim Auftauchen eines mittelprächtigen Hollywood-Stars. Nur der genaue Zeitpunkt des Erscheinens blieb geheim.

Freundlich am Rotwein genippt

Viel Zeit hatte Putin schliesslich nicht, doch tauschte er artig Nettigkeiten mit Bundesrat Ueli Maurer aus. Thema waren natürlich die guten Schweizer Leistungen und die perfekte Organisation der Russen «Wir sind beeindruckt von den Spielen», sagte Maurer zum hohen Gast. Präsident Putin versuchte auch Raclette, und ein Schlückchen Rotwein genehmigte er sich dazu. Es soll sich um russischen Rotwein gehandelt haben, der allerdings von einem Schweizer Winzer hergestellt wird.

Kurzes Statement bei SRF

Und dem SRF-Korrespondenten Christof Franzen beantwortete der russische Präsident noch zwei Fragen.

SRF: Was sagen Sie dazu, dass in Ländern wie der Schweiz oder Deutschland Volksabstimmungen gegen die Durchführung von olympischen Spielen ausfallen.

Wladimir Putin: Die Organisation der olympischen Spielen ist ja eigentlich ein grosses Fest. Aber eine solche Entscheidung sollte immer vom Volk gefällt werden. In Russland unterstützte eine gute Mehrheit das Olympische Projekt und tut es auch heute. Und zwar als ein Mittel, um den Massensport zu entwickeln. Aber es ist natürlich schon so: das was das Volk an einer Abstimmung entschieden hat, das muss die Regierung auch ausführen.

Vor den olympischen Spielen haben wir eine Liberalisierung in Russland gesehen, zum Beispiel die Freilassung von Michail Chodorkowski. Nächste Woche gibt es in Moskau ein Gerichtsurteil gegen inhaftierte Demonstranten. Gibt es für diese Hoffnung?

Ich hoffe sehr, dass Sie niemals den Sport mit der Politik vermischen. Gibt es eine solche Hoffnung? Ja es gibt sie. Danke.

Putin geht mit einem Lächeln

Nach dem Statement entschwand Putin lächelnd, wohl mit der Hoffnung, dass die Russinnen die Schweizerinnen im Eishockey schon noch bezwingen würden. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Die Schweiz gewann das Spiel 2:0. Alles kann in Sotschi nicht nach Präsident Putin richten.

15.2.2014