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Gripen-Beitrag wird Fall für Ombudsmann

Das sei reine «Anti-Gripen-Propaganda»: Nach einem «Rundschau»-Beitrag reichen mehrere Zuschauer eine Beschwerde bei der SRG-Ombudsstelle ein.

Bundesrat Ueli Maurer stellte Moderator Sandro Brotz heftig in den Senkel. «Das zeigt ihre Haltung zu dem Geschäft. Ich finde das relativ tendenziös für ein Fernsehen, das von öffentlichen Geldern lebt», sagte der Verteidigungsminister in der Sendung «Rundschau» vom Mittwochabend. Der Grund für Maurers Ärger: In einem Beitrag über den Gripen – am 18. Mai entscheidet das Volk über den Kauf des schwedischen Kampffliegers – hatte das Politmagazin des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF) die Kampfjetflotte der Schweiz mit jener Österreichs (15 Eurofighter) sowie Tschechien und Ungarn (je 14 geleaste Gripen) verglichen. Dass Länder wie Belgien und Holland über mehr Kampfjets als die Schweizer Armee verfügen, blendete die «Rundschau» aus. Maurer kanzelte den Bericht als «schwache journalistische Leistung» ab. Die «Rundschau» solle die Kritik nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern es beim nächsten Mal besser machen. «Wir machen keine Hofberichterstattung», verteidigte sich Sandro Brotz am Donnerstg via Twitter.

Kritik am Ländervergleich

Mit der TV-Kontroverse um den Gripen muss sich nun auch die Ombudsstelle der SRG Deutschschweiz befassen. Bis am Donnerstagabend sind bereits acht Beschwerden gegen den «Rundschau»-Beitrag eingegangen. Dies bestätigte Ombudsmann Achille Casanova auf Anfrage. Es handle sich um ungewöhnlich viele Beanstandungen an Tag eins nach einer Sendung. Der Tenor sei überall gleich: Die Fernsehzuschauer würden den «Rundschau»-Beitrag als «reine Anti-Gripen-Propaganda» geisseln. Schlecht weg kommt vor allem der Ländervergleich.

Die Ombudsstelle der SRG hat keine Entscheidungs- oder Weisungsbefugnis. Spätestens 40 Tage, nachdem eine Beanstandung eingereicht worden ist, orientiert sie die Beteiligten über ihre Abklärungen.

18.4.2014