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Rundschau: Streitgespräch über Schneider-Ammann

Immer mehr Details über die Finanzvehikel der Ammann-Gruppe kommen ans Licht. Der Druck auf den Johann Schneider-Ammann steigt. Hat der Bundesrat hier unmoralisch oder gar illegal gehandelt? Die Exponenten im «Rundschau»-Studio sind sich uneinig.

Für die Nationalrätin Margret Kiener Nellen (SP/BE) ist der Bundesrat Schneider-Ammann nicht mehr tragbar. «Eine solche Person muss eine Vorbildsfunktion einnehmen. Ich erwarte da, dass der Bundesrat Schneider-Ammann offenlegt, wie diese Steueroptimierungspläne ausgesehen haben. Und wie viele Steuermillionen dem Kanton Bern und dem Bund dadurch entgangen sind.»

«Moralisch verwerflich»

Gänzlich anderer Meinung ist der Wirtschaftsprofessor Reiner Eichenberger. Für ihn werden in dieser Diskussion nur Symptome bekämpft. «Die Schweiz ist eine Steuerhölle», sagt er. Deshalb weichen die Unternehmen ins Ausland aus. Kiener Nellen findet ein solches Verhalten höchst unmoralisch, denn die Ammann-Gruppe bekomme viele Aufträge durch die öffentliche Hand. Ihr Geschäftsgang sei entscheidend durch die Tiefbau-Konjunktur beeinflusst. Und diese Firma habe wahrscheinlich nirgends Steuern bezahlt und das gehe nicht.

«Schweiz im Hintertreffen»

«So wie sie argumentieren zeigt, dass gewisse Nationalräte nicht mit den Steuerzahlen umgehen können», entgegnet Eichenberger. Für ein Unternehmen sei jedoch die Gesamtbesteuerung wichtig. Da ist die Schweiz und vor allem Bern hoffnungslos im Hintertreffen.

«Neunzig Prozent des Gewinnanteils der Ammann-Gruppe kommt aus dem Ausland. Und jetzt haben wir den Anspruch, dass alles in Langenthal versteuert wird», führt er aus. Das ist und bleibe für ihn eine komische Vorstellung.

6.2.2014