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Italiener schmuggeln Geld zurück in ihre Heimat

Am Grenzübergang in Chiasso häufen sich derzeit Fälle von Bargeldschmuggel. Alleine im März entdeckten italienische Zöllner nicht deklariertes Geld im Gesamtwert von rund 750'000 Euro. Interessant: Die Gelder werden zurück nach Italien geschmuggelt.

Es ist ein offenes Geheimnis: In den vergangenen Jahrzehnten wurden Unmengen unversteuertes Bargeld von Italienern in die Schweiz geschleust. Die Milliarden landeten in Tresoren oder auf Konten von Schweizer Banken. Neuerdings bringen die italienische Kunden ihr Geld wieder zurück ins Heimatland. Alleine im März entdeckten italienische Zöllner nicht deklariertes Geld im Gesamtwert von rund 750'000 Euro.

«Die Bussen sind saftig»

Ein möglicher Hintergrund sei der OECD-Standard über den automatischen Informationsaustausch, sagt Tessin-Korrespondent Alexander Grass. «Die Schweizer Banken fordern ihre Kunden auf, das Geld physisch abzuholen und nach Hause nach Italien zu schaffen.»

Die italienische Finanzpolizei habe ein grosses Interesse an unversteuertem Geld in der Schweiz. Jeder Fund werde in Italien sehr offensiv kommuniziert. Damit erhöhe sich der mediale Druck auf die Besitzer von Schwarzgeld. «Die Botschaft ist klar: Der Schwarzgeldschmuggel wird von den Zöllnern aufgedeckt, die Bussen sind saftig», sagt Grass. Die Strategie scheint erfolgreich zu sein.

Trotz der neuen Entwicklung – noch immer wird mehr Geld von Italien in die Schweiz geschafft als umgekehrt. Grass: «Laut der Tessiner Bankiervereinigung gibt es einen Netto-Zufluss von Kapital aus Italien in Richtung Schweiz. Die Tessiner Bank BSI hat 2012 sogar einen Rekord von solchem Kapital gemeldet – auch aus Italien.»

9.4.2014