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Aufruhr im Departement Widmer-Schlumpf

Mitarbeiter der Steuerverwaltung klagen über ihre Vorgesetzten. Sie fürchten, dass dem Bund Einnahmen entgehen.

Vetterliwirtschaft, Inkompetenz und schikanöses Verhalten: Das werfen Mitarbeiter der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) zwei Kaderleuten vor. Das Verhalten der beiden gehe so weit, dass fraglich sei, ob das Amt seinen Auftrag noch erfüllen könne. Das geht aus Dokumenten hervor, die der «Zentralschweiz am Sonntag» vorliegen. Bei den kritisierten Kadermitarbeitern handelt es sich um den Vizedirektor und einen ihm unterstellten Abteilungschef. Die Mitarbeiter befürchten, dass sich das Gebaren der zwei Vorgesetzten auf die Steuereinnahmen des Bundes auswirkt. Das «Tagesgeschäft, nämlich Steuern kontrollieren und eintreiben, erhalte in der Abteilungsleitung nicht mehr erste Priorität», konstatieren sie. Beispielsweise würden Risikobranchen zu wenig kontrolliert. «Gehen hier dem Staat Gelder verloren?» fragen die Angestellten.

Die Kritisierten können die Vorwürfe nicht nachvollziehen. «Dafür, dass unsere Praxisentscheide zu ungerechten Behandlungen von Steuerpflichtigen führen sollen, haben wir keinerlei Hinweise», sagt der Vizedirektor auf Anfrage. Aus seiner Sicht handle es sich bei den Vorwürfen um ein Kommunikationsproblem. ESTV-Direktor Adrian Hug reagierte nicht auf eine Anfrage.

Quelle: Neue Luzerner Zeitung

11.5.2014