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CVP will Islam-Diskussion vermeiden

Die Muslime wollen eine «Landeskirche» werden. Die CVP möchte davon jedoch nichts wissen – aus Angst um den Religionsfrieden.

Die Luzerner Muslime wollen eine Landeskirche werden. Die Islamische Gesellschaft Luzern (IGL) hat angekündigt, dass sie nächstes Jahr Gespräche über eine öffentlich-rechtliche Anerkennung mit der Regierung aufnehmen möchte. Die römisch-katholische Kirche, die evangelisch-reformierte und die christkatholische Kirche unterstützen das Ansinnen der Muslime. Auch im Luzerner Kantonsrat sind zwei Vorstösse hängig: Die Grünen fordern, dass die gesetzliche Grundlage geschaffen werden, damit auch weitere Religionsgemeinschaften – insbesondere die islamische – als Landeskirchen anerkannt werden können. Und die SP fragt die Regierung, warum noch kein entsprechender Gesetzesentwurf vorliege. Das Gesetz soll die Voraussetzungen und das Verfahren für eine Anerkennung andere Religionsgesellschaften möglich machen. 2009 wurde es vom damaligen CVP-Regierungsrat Anton Schwingruber für 2011 in Aussicht gestellt. Passiert ist seitdem nichts.
Bei der CVP möchte man die Diskussion aber gar nicht führen: Im Kanton Luzern funktioniere das Nebeneinander der Religionen gut, wird Parteipräsident Pirmin Jung in der aktuellen Parteizeitschrift «Konkret» zitiert. «Diesen religiösen Frieden dürfen wir nicht mit einer Debatte über die öffentlich-rechtliche Anerkennung des Islams aufs Spiel setzen.» Auf Anfrage konkretisiert Jung: «Wir glauben, dass die Bevölkerung nach der Minarett-Initiative 2009 noch nicht bereit ist für eine Islam-Diskussion.»

«Voraussetzungen nicht gegeben»

In der CVP-Zeitschrift sagt Jung weiter, dass die Partei auch gegen eine öffentlich-rechtliche Anerkennung der islamischen Glaubensgemeinschaft sei, weil «die Voraussetzungen nicht gegeben sind». Ein Problem sei, dass es im Islam, auch hier in Luzern, eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Gruppen und Gruppierungen gebe. «Im Moment ist noch nicht klar, ob es eine repräsentative Organisation gibt, welche verbindlich auf diese verschiedenen Gruppierungen und Gruppen einwirken kann.»

Quelle: Neue Luzerner Zeitung

18.4.2014