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Karikatur empört Verdingkinder

Harsche Worte an die Adresse der Bauern: In einer Karikatur macht sich der Landwirtschaftliche Informationsdienst über Verdingkinder lustig, finden Politiker.

Mit einer Karikatur bringt der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) den Bauernverband unter Druck. Im Cartoon des aktuellen Pressedienstes werden Verdingkinder als "entfernte Verwandte" bezeichnet. Das treibt den Opfern des Verdingkinderwesens die Zornesröte ins Gesicht. Der Betroffenenverein Netzwerk Verdingt ruft sogar zu einem Boykott des bäuerlichen Direktverkaufs auf.

Auch Politiker empören sich. Für den Berner SP-Nationalrat Matthias Aebischer ist die Karikatur "unterste Schublade", für den Zuger FDP-Ständerat Joachim Eder "eine Entgleisung, die ihresgleichen sucht". Er fordert die Verantwortlichen auf, sich auf der Stelle von der Karikatur zu distanzieren und sich zu entschuldigen.

Die Empörung hat auch mit der Weigerung des Bauernverbandes zu tun, sich am von der Glückskette verwalteten Soforthilfefonds für die Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen zu beteiligen. Anstatt sich über die Opfer lustig zu machen, sagt beispielsweise die grüne Berner Nationalrätin Aline Trede, sollte der Bauernverband endlich seine Verantwortung für das angerichtete Leid wahrnehmen.

Quelle: Neue Luzerner Zeitung

21.4.2014