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Franz Weber kämpft für ein Jet-Boot-Verbot

Umweltschützer Franz Weber fordert Bundesrätin Doris Leuthard auf, ein Verfahren einzuleiten, das zu einem Verbot von Jet-Booten auf Schweizer Seen führen soll. Hintergrund sind Vergnügungsfahrten, welche eine Interlakner Firma auf dem Brienzersee durchführen will.

Ab dem 1. April will die Firma maximal elf Touristen auf einem Jet-Boot von Bönigen BE zu den Giessbachfällen bringen und wieder zurück. Dabei soll das Boot auch 360-Grad-Wenden einlegen und mit bis zu Tempo 60 fahren. Das gab die Firma schon im Februar bekannt. Im Visier hat sie insbesondere ausländische Touristen.

Als die Pläne bekannt wurden, kündigten Franz Weber und auch die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz Widerstand an. Doch musste Weber unterdessen zur Kenntnis nehmen, dass die Interlakner Firma keine Bewilligungen für die Fahrten braucht.

Wenn das Boot die Vorschriften gemäss Binnenschifffahrtsgesetz und -verordnung erfülle, könne es verkehren, bestätigte am Mittwoch auf Anfrage ein Fachmann des bernischen Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt (SVSA).

Weber möchte richtungsweisenden Entscheid

Weber fordert deshalb Bundesrätin Leuthard auf, die zuständige bernische Stelle anzuweisen, dem fraglichen Boot die Zulassung zu verweigern. Das teilte er am Mittwoch mit. Auch brauche es eine Revision der Binnenschifffahrtsverordnung. Auf diese Weise könne ein Jet-Boot-Verbot zur Diskussion gestellt werden.

Die Zulassung eines solchen Boots durch den Kanton Bern "wäre ein Präjudiz für alle schiffbaren Schweizer Gewässer - mit weit reichenden Konsequenzen". Schliesslich habe der Bundesrat 2008 auch darauf verzichtet, auf Schweizer Seen Jet-Skis zuzulassen.

Beim bernischen SVSA hiess es allerdings am Mittwoch auf Anfrage, es gebe schon etliche Jet-Boote in der Schweiz. Auch die Berner Kantonspolizei benutze ein Boot dieses Typs auf dem Bielersee.

Das SVSA des Kantons Bern hat das Boot, das auf dem Brienzersee verkehren soll, noch nicht gesehen. Es ist also noch offen, ob es zugelassen wird.

13.3.2014