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Fachkräfte – woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Der Mangel an Fachleuten verschärft sich in der Schweiz. Selbst bei den Führungskräften ist die Lage prekär. Grosse Engpässe gibt es auch im Bildungs- und Gesundheitswesen sowie den männlich dominierten technischen Berufen. Längst nicht alle Lücken können mit Ausländern geschlossen werden.

Die Schweiz hat zu wenig Fachkräfte. Das bestätigt ein neuer Bericht im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco). Demzufolge ist der Fachkräftemangel in 26 von 39 Berufsfeldern bereits spürbar oder droht zu einem Problem zu werden.

Mehr Manager braucht das Land – so lautet einer der Befunde. Guido Schilling von der gleichnamigen Personalberatungs- und Headhunter-Firma überrascht das Resultat nicht: Für die Schweiz mit den vielen grossen und international ausgerichteten Unternehmen habe der Führungskräftemangel eine grosse Bedeutung.

Was unter «Führungskräfte» fällt, wird im Seco-Bericht nicht detailliert beschrieben. Die Branchen, wo leitendes Personal fehlt, kennt Schilling allerdings genau: «Betroffen sind vor allem die technischen Berufsbilder wie die ganze Maschinen- und Elektroindustrie, aber auch die produzierende Industrie und die Bauwirtschaft. «Mangel gibt es sodann bei den Gesundheitsberufen und im Tourismus, wo die Führungskräfte wirklich schon ausgegangen sind.»

Pflegebereich in zweifacher Hinsicht betroffen

Neben Managern braucht die Schweiz aber auch mehr Bildungsfachleute und Personal im Gesundheitswesen: Eine stetig wachsende Bevölkerung, die auch älter und damit pflegebedürftiger wird, macht das nötig. Bernhard Weber vom Seco spricht das doppelte Problem in diesem Berufsfeld an: «Auf der einen Seite haben wir einen Mangel, auf der anderen Seite sind die dort Erwerbstätigen überdurchschnittlich alt und werden bald zahlreich in Pension gehen. Das wird das Problem noch verschärfen.» Es braucht also mehr jüngeres Personal.

Mehr Technikerinnen gesucht

Im dritten Problembereich braucht es mehr Frauen: Die technischen Berufe sind weiterhin eine Männerdomäne. Der Fachkräftemangel wird vor allem mit ausländischen Fachleuten kompensiert. Laut Weber könnten diese Berufe langfristig auch für Frauen attraktiver gemacht werden, um das Potenzial besser zu nutzen.

Konkrete Folgerungen werden im Seco-Bericht aber nicht gezogen und auch keine Vorschläge gemacht. Das sei nun Sache der Verantwortlichen bei Bund, Kantonen und Wirtschaft.

Quelle: SRF

18.4.2014