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Bund will Schnaps mit Millionen fördern

Der Bund soll Marketingmassnahmen für Schweizer Schnaps mit Millionen mitfinanzieren. Das zeigt ein Entwurf der Alkoholverwaltung, der «10vor10» vorliegt. Zudem soll die Branche steuerlich um 14 bis 24 Millionen Franken pro Jahr entlastet werden. Das bringt auch Verlierer.

Der Verkauf von Schweizer Obst-Bränden wie Kirsch, Pflümli und Williams ist in den letzten Jahren regelrecht eingebrochen. Jetzt will der Bund Gegensteuer geben: «Der Bund gewährt der Schweizer Spirituosenbranche Finanzhilfen», schreibt die Alkoholverwaltung in ihrem Entwurf, der «10vor10» vorliegt. Unter anderem soll der Bund Marketing-Massnahmen für Spirituosen mitfinanzieren. Rund 4 Millionen Franken pro Jahr gibt die Alkoholverwaltung als möglichen Rahmen dieser Finanzhilfen an. In dieser Grössenordnung werde auch der Schweizer Wein gefördert, so das Papier.

Bundesgelder für Marketing

«Wir brauchen sicher keine öffentlich subventionierte Werbung für Schnaps», kritisiert die grüne Ärztin und Nationalrätin Yvonne Gilli diese Vorschläge. Neben diesen Finanzhilfen möchte der Bund die Branche auch steuerlich stark entlasten. Mit einer sogenannten «Fehlmengen-Regelung» und weiteren Anpassungen bei der Alkoholsteuer sollen die Schweizer Brenner um 14 bis 24 Millionen Franken entlastet werden, so die Pläne der Alkoholverwaltung.

Branche gewinnt – Prävention verliert

«Die Branche ist auf diese Steuererleichterungen angewiesen», sagt dazu Hansjörg Walter. Der SVP-Nationalrat und Landwirt sagt, die heimische Spirituosenproduktion habe sonst keine Zukunft. Brisant sind die Steuererleichterungen vor allem deshalb, weil in der Schweiz die Prävention aus den Einnahmen der Alkoholsteuer finanziert wird. Zahlt die Spirituosenbranche weniger Steuern, fliesst automatisch auch weniger Geld in Suchtprogramme und Hilfsangebote für Alkoholkranke.

2.4.2014