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ÖV-Knatsch: Udligenswil fühlt sich übergangen

Mit dem Konzept «AggloMobil due» soll in der Luzerner Agglomeration der öffentliche Verkehr attraktiviert werden. Nun soll die Gemeinde Udligenswil dafür mehr Kosten berappen, als ursprünglich veranschlagt wurde. Das stösst dem Gemeinderat bitter auf.

Der ÖV wird damit für die Gemeinde teurer, als erwartet. Mit Erstaunen habe die Gemeinde Udligenswil erfahren, dass für Udligenswil aufgrund des Konzepts «AggloMobil due» eine Kostensteigerung von 9 Prozent beziehungsweise rund 26‘716 Franken vorgesehen ist. Von dieser Kostenerhöhung war seitens des Verkehrsverbundes Luzern (VVL)jedoch nie die Rede, teilt der Gemeinderat am Freitag in einer Mitteilung mit. So habe der Gemeinderat lediglich 270 019 Franken für das ÖV-Konzept «AggloMobil due» budgetiert.

Gemeinderat fordert Mehrleistungen vom VVL

Darum fordere er, dass die nun erhobenen Zusatzkosten durch Mehrleistungen aufgewogen werden müssten. Zwar gebe es bereits quantitative Mehrleistungen für die Gemeinde Udligenswil, dies jedoch vorwiegend in den Nebenverkehrszeiten sowie bei der Verbindung nach Küssnacht. Die Qualität der Busverbindung Nr. 73 habe hingegen mit der neuen Linienführung spürbar abgenommen. In Richtung D4 sei sogar am Abend ein Kurspaar weggefallen.

Der Gemeinderat stellt in seiner Mitteilung fest: «Bei der Umsetzung des Konzepts AggloMobil due sind die Wünsche und Empfehlungen der Gemeinde Udligenswil übergangen worden.» Mit den vielen zusätzlichen Haltestellen habe man zusätzlich den Eindruck, dass die frühere Überlandlinie zu einer Stadtverbindung umgestaltet wurde. Grund: Die Überlandlinie sei weder der Topographie noch den Passagierbedürfnissen angemessen. Ausserdem habe sich die Einführung der vom VVL zugesagten Gelenkbusse bisher auf zwei alte Busse beschränkt.

Unbestritten sei, dass für den Betrieb des öffentlichen Verkehrs genügend Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen. Dennoch erachtet der Gemeinderat die Mehrkosten aufgrund der aktuellen qualitativen Verschlechterungen der Überlandlinie Nr. 73 als nicht gerechtfertigt. Er bemängelt, dass die Zusatzkosten nicht rechtzeitig kommuniziert worden seien. Die Gemeinde sieht aufgrund dieser Ereignisse ihr Bestreben mit dem Verkehrsverbund eine für beide Seiten tragbare Lösung zu finden, als erschwert an.

Udligenswil möchte jedoch nach wie vor eine einvernehmliche Lösung. Zudem sei der Gemeinderat bereit, mit entschlossenem Vorgehen «ein Zeichen zu setzen, dass künftig die Landgemeinden vermehrt auch wieder als Partner und nicht nur als blosse Zahlstellen behandelt werden».

Hintergrund zur Beschwerde

Der Verkehrsverbund plant den öffentlichen Verkehr im Kanton Luzern. Mit dem Konzept «AggloMobil due» werden die Vorgaben des Agglomerationsprogramms Luzern umgesetzt. Mit dem Konzept «Agglo-Mobil due» soll langfristig die Attraktivität des ÖV-Systems in der Agglomeration Luzern erhöht werden.

Die Gesamtaufwendungen des gesamten Verbundgebietes werden zu 50 Prozent über die Erlöse gedeckt. Die öffentliche Hand finanziert die restliche Hälfte. An den Abgeltungen beteiligen sich die Nachbarkantone mit 33 Prozent sowie der Bund mit 20 Prozent. Die restlichen 47 Prozent werden nach heutigem Finanzierungsmodell je zur Hälfte vom Kanton Luzern und von den Gemeinden getragen. Am Agglomerationsverkehr im engeren Sinne beteiligen sich allerdings weder der Bund (nur Mitfinanzierung des Regionalverkehrs) noch die Nachbarkantone. Die Restkosten des Agglomerationsverkehrs im engeren Sinne werden demnach ausschliesslich vom Kanton Luzern und den Luzerner Gemeinden getragen.

15.3.2014