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Deza-Chef verteidigt eingeschlagenen Weg

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) ist seit einigen Jahren stärker ins EDA integriert. Noch Deza-Direktor Martin Dahinden verteidigt den Schritt am Dienstag vor den Medien in Bern. Die Deza verliere dadurch nicht an Autonomie, wie Kritiker behaupten.

Die letztjährige Umstrukturierung, bei der die Deza stärker in das Aussendepartement eingebunden wurde, habe sich bewährt. Das sagt Martin Dahinden an der Jahresmedienkonferenz der Deza am Dienstag in Bern.

«Deza wird nicht anderen Interessen untergeordnet»

Der scheidende Direktor widerspricht damit den Kritikern, die befürchten, dass die Deza durch die Umstrukturierung in ihrer Arbeit behindert und an Autonomie verlieren würde. Vor allem Hilfsorganisationen glauben, dass die Entwicklungshilfe mit diesem Schritt anderen Interessen untergeordnet werden könnte. Mit der Reorganisation würden vor allem Synergien im administrativen Bereich genutzt, um mehr Mittel für konkrete Projekte der Entwicklungszusammenarbeit einsetzen zu können, sagt Dahinden gegenüber Radio SRF.

«Ich glaube, die Kritik hängt vor allem mit Unsicherheiten zusammen, nicht zuletzt mit meinem Weggang von der Deza», sagt Dahinden. Der Direktor verlässt die Organisation im Sommer 2014 und wechselt als Botschafter nach Washington.

Auch in Industrieländern ansetzen

Die neue Strategie sieht unter anderem vor, dass die Deza sich vermehrt in Krisenregionen engagiert. Da sei es sinnvoll, dass Diplomatie und Entwicklungshilfe zusammenarbeiteten, sagt Dahinden. Die Entwicklungszusammenarbeit solle sich aber nicht mehr nur auf die Länder des Südens konzentrieren, wie das bis anhin der Fall war. So würden beispielsweise Nahrungsmittel verschwendet, während viele Menschen hungerten, so Dahinden. Hier gelte es, auch in den Industrieländern anzusetzen, wo rund die Hälfte aller Nahrungsmittel im Abfall landen.

29.1.2014