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Virus in Luzerner Schweinezuchtbetrieb

Ein Schweinezuchtbetrieb im Kanton Luzern ist wegen eines Krankheitserregers gesperrt worden. Es handelt sich um das PRRS-Virus, das offiziell in der Schweiz nicht vorkommt. Woher das Virus kommt, ist nicht klar.

Anfang Jahr waren bei Stichproben in Schweizer Schlachthöfen Antikörper gegen PRRS festgestellt worden waren. Da die Schweiz offiziell frei von PRRS ist, sollte die Schweinepopulation aber gar keine Antikörper gegen dieses Virus aufweisen.

Deshalb wurden rund 50 Zuchtbetriebe, die die betroffenen Mäster beliefert hatten, untersucht. In einem Betrieb im Kanton Luzern wurde das Virus nachgewiesen, wie der kantonale Veterinärdienst am Mittwoch mitteilte.

Nicht krank

Die befallenen Schweine zeigten keine Krankheitssymptome. Aufgrund der gesetzlichen Vorschriften wurde der Betrieb aber als Seuchenbetrieb eingestuft, und es mussten Massnahmen ergriffen werden, um eine Ausbreitung des Erregers zu verhindern.

Nachdem letzte Woche der erste Verdacht aufgekommen sei, sei der Betrieb gesperrt worden, sagte der Luzerner Kantonstierarzt Otto Ineichen auf Anfrage. Nach dem Nachweis der Viren sei eine Totalsanierung angeordnet worden.

Die Tiere werden geschlachtet oder, falls sie dazu nicht geeignet sind, eingeschläfert. Es habe keinen Krankheitsausbruch gegeben, sagte Ineichen. Es gebe keinen Grund, das Fleisch dieser Tiere nicht zu nutzen.

Das Vorkommen des Virus sei für Konsumenten von Schweinefleisch unbedenklich, sagte auch Adrian Schütz, stellvertretender Geschäftsführer des Branchenverbands Suisseporcs auf Anfrage.

Ein Einzelfall

Für den betroffenen Produzenten sei ein Virenbefall und der Produktionsausfall immer schwerwiegend. Im Moment handle es sich aber um einen einzelnen Betrieb, «also um eine Sardine im Weltmeer», sagte Schütz.

Bei den Schweinen ist das Porcine Reproduktive und Respiratorische Syndrom (PRRS) für Fruchtbarkeitsstörungen, Aborte, die Geburt lebensschwacher Ferkel und Atemwegserkrankungen verantwortlich. Menschen können nicht angesteckt werden.

Das Virus ist weltweit verbreitet und kommt in allen Nachbarländern der Schweiz vor. Die Schweiz ist offiziell frei von PRRS. Die Krankheit ist als auszurottende Tierseuche eingestuft.

Ende 2012 waren zum letzten Mal in der Schweiz mit PRRS infizierte Schweine entdeckt worden. Betroffen waren drei Appenzeller Betriebe. Das Virus stammte aus importiertem Sperma.

Unklare Herkunft

Wie das Virus in den Luzerner Bestand gelangte, ist nach Angaben von Kantonstierarzt Ineichen unklar. Der aufgefundene Virustyp (US-Typ) zirkuliert nicht in Westeuropa, wird aber in Nachbarländern der Schweiz als Lebendimpfstoff eingesetzt. In der Schweiz sind PRRS-Impfungen verboten.

Der betroffene Luzerner Betrieb hat nach Angaben des Kantonstierarztes Schweine gezüchtet und diese auch gemästet. Es habe in der letzten Zeit keine Tierzukäufe gegeben.

Für Suisseporcs besteht für die Bauern bei der Bekämpfung von Tierkrankheiten die Herausforderung darin, die Zuchttiere vor Menschen und anderen Tieren zu schützen. Die Krankheiten könnten etwa durch den internationalen Reiseverkehr Krankheiten einschleppt werden, sagte der stellvertretende Geschäftsführer.

Die Schweinehaltung ist im Kanton Luzern ein bedeutender Landwirtschaftszweig. Jedes vierte Schweizer Schwein wohnt im Kanton Luzern. Gemäss der Betriebsstrukturerhebung 2012 gab es im Kanton Luzern 1957 Schweinehalter mit 416'000 Tieren.

5.3.2014