ProGeuensee
Sie sind hier: Startseite » News » Archiv » Gesellschaft

Shutdown in Olten

Die Krise trifft auch Kinder und Jugendliche: Weil der Stadt das Geld fehlt, wird der Schulbetrieb in Olten auf Sparflamme heruntergefahren.

Olten muss sparen. Die Stadt an der Aare hat ein Riesenloch in der Kasse, weil mit dem kriselnden Energiekonzern Alpiq der grösste Steuerzahler der Stadt plötzlich deutlich weniger Steuern zahlen kann. Der Rotstift ist schon angesetzt – trotzdem beträgt das budgetierte Defizit für 2014 immer noch fast 16 Millionen Franken. Einer Gruppe von Bürgern passt das nicht – sie will, dass per sofort noch mehr gespart wird und hat das Referendum ergriffen. Mit Folgen: Bis zur Abstimmung am 2. März herrscht bei der Stadt ein absoluter Ausgabenstopp.

Das trifft auch die städtischen Schulen. In einem Brief an Eltern und Schüler heisst es: «Es gilt der Grundsatz: Shutdown.» Ausgaben, die nicht gesetzlich oder etwa durch eine Verordnung geregelt sind, dürfen nicht getätigt werden. Das bedeutet: Keine Klassenlager, keine Exkursionen, kein neues Material – Schule auf Sparflamme. «Wir stellen den minimalen Schulbetrieb sicher», heisst es im Brief. Also Heizung, Licht, funktionierende Kopierer und PC-Virensoftware, alles andere wäre derzeit Luxus.

«Schauen, dass es irgendwie weitergeht»

«Shutdown ist natürlich ein harter Ausdruck, aber er trifft in wesentlichen Punkten zu», sagt Stadtschreiber Markus Dietler. «Wir müssen den Betrieb auf die als unerlässlich angesehenen Aufgaben runterfahren, bis klar ist, ob das Budget 2014 gültig ist.» Bei den Schulen arrangiert man sich. «Wir tauschen Material zwischen den Schulhäusern aus», sagt Ueli Kleiner, Leiter der Direktion Bildung und Sport. «Wenn am einen Ort etwas fehlt, schauen wir, ob wir es nicht noch anderswo vorrätig haben. Das ist umständlich, aber wir müssen jetzt einfach schauen, dass der Betrieb irgendwie weitergeht.»

Die gute Nachricht: Es gibt doch noch WC-Papier

Dass die Probleme für die Schulen existentiell werden könnten, glaube er indes nicht. «Abzüglich der Ferien haben wir bis zum 2. März noch etwa drei Wochen Schulbetrieb», sagt Kleiner. «Da kommen wir mit dem vorhandenen Material in den meisten Fällen durch.»

Und noch in einem weiteren Fall gibt es Entwarnung: Das an den Oltner Stammtischen kursierende Gerücht, der Abwart der Stadthalle dürfe derzeit aus Spargründen kein neues WC-Papier kaufen, lässt sich auf Nachfrage bei der Baudirektion nicht bestätigen.

23.1.2014