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Kleinkindererzieher vor Gericht

Der heute fast 32-jährige Mann muss sich vor dem Zürcher Bezirksgericht wegen Vergewaltigung, Schändung, Pornographie und anderen Delikten verantworten. Dem ehemaligen Kleinkindererzieher wird vorgeworfen, sieben Mädchen zwischen sechs Monaten und fünfeinhalb Jahren sexuell misshandelt zu haben.

Der Erzieher arbeitete in einer privaten Kinderkrippe in Volketswil, als er im Frühling 2011 verhaftet wurde. Die Polizei hatte einen Tipp erhalten, der Mann sei im Besitz von Kinderpornographie.

In der Untersuchungshaft gestand der Mann, dass er an seiner Arbeitsstelle vier Mädchen sexuell misshandelt habe. In seiner Freizeit beim Kinderhüten hatte er drei weitere Mädchen misshandelt. Das älteste Mädchen war damals fünfeinhalb Jahre alt, das jüngste gerade mal sechs Monate. Die sexuellen Übergriffe fotografierte oder filmte er. Die Bilder tauschte er danach im Internet mit Gleichgesinnten aus. Laut der Anklageschrift brachte er die Kinder mit kleinen Geschenken - Süssigkeiten oder Schlüsselanhängern - dazu, mitzumachen. Später setzte er sie unter Druck und redete ihnen ein, Mama und Papa würden böse werden, wenn sie davon erführen.

Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren möglich

Der Verteidiger fordert, dass der Angeklagte die seit 1,5 Jahren laufende, stationäre Therapie fortführen kann und eine Gefängnisstrafe zugunsten der Therapie aufgeschoben wird. Wie der Antrag des Staatsanwalts lautet, will dieser erst an der Verhandlung bekanntgeben. Das Strafgesetzbuch sieht bei Vergewaltigung und Schädung Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren vor.

Der Fall hatte Konsequenzen für die Krippen im Kanton Zürich: Seit 2012 müssen sie in ihren Konzepten zwingend ausführen, wie sie das Risiko von sexuellen Übergriffen möglichst klein halten wollen.

22.1.2014